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oh Du, mein Du, durch das ich bin,
blick in die tiefen meiner seele.
siehst du ihn dort, im schattenlicht,
den mensch in seiner dunklen höhle?
einst sucht’ ich Dich mit bangen auf
dein hoffnungsvolles, ewig sein.
doch blieb es aus, das wiedersehn -
so bleibt mir nur der zeiten schein.

oh Du, mein Du, dem ich mich ganz hingebe,
zeig mir noch einmal wie es ist,
wenn ich in deiner sphäre schwebe
und selbstbetrug mit tausch und rausch
vor deinem angesicht erlischt.
sprich nur nicht aus der wahrheit licht.
schreib mir durch mich, durch stille zeilen.
denn schall ist ihr zu recht zu laut:
wahres klingt allein im schweigen.

oh Du, mein Du, dir jag’ ich nach
schon zwei, drei satte leben.
und sah ich dich, fandest du mich
zwielichtgetarnt auf eignen wegen;
vermochte kaum, den spalt zu heben
und suchte doch der zeit synthesen.
hinfort trieb so vom sichern ziel
ein schöner geist und eitles streben.

oh Du, mein Du, wie lieb’ ich dich
trotz all der zweifel immerzu.
es klingt – ich weiss – vermessen, doch:
lass mich einst sein wie Du.
ja Du, mein Du, lehr’ tragen mich
die last des Vaters kreuz.
mein glaube hängt auch heute noch
an bittersüssem holz.

mono:ton

[prolog]
im stillen haus verstummt die lüge,
versagt der träume süsser tand.
wortlos tritt hier mit macht zutage,
was bisher taube ohren fand.

verlogen weicht der jugend glanz,
weicht sturm und drang,
weicht träge der verwegnen kampf
nach sinnstiftender rebellion
dem trüben matt der fäulnis nun,
mit der ein bildungshaupt jongliert -
als ob der lorbeern kranz noch ziert.
monoton, monoton dringt indes aus dem kellerspalt
halboffen, bisher wohl gehütet,
böser phantasien gewalt:
ein loch voll schwarzer depression.
nicht länger wehrt der müde geist
zermürbt, ermattet, ausgelaugt
der hirnzersetzenden substanz
und inhaliert mit jedem zug
erneut das laue leichengift;
denn toxisch wirkt isolation.

monoton. monoton.
ich harre, harre, harre.
aus.
im warten auf des gottes sohn.
monoton – ein sein in fron.
ist denn dein reich im kommen?
im käfig meines selbst
erschliesst sich mir der heilgen lohn.
monoton sitzt wälzend, fliessend, schlummernd, liegend,
immer wieder auf und ab
strinwärts gebannt ein fluchtgefühl
im seidenbett der religion.
doch regt nach lahmen stunden sich
ein bild – ich bin gebannt.
in stille träumte vor sich hin -
monoton, treu und unerkannt –
blanker, glatter stahl:
die endlösung.
in biederem karton.

verdeckt liegt sie von altvergessnen,
farbverlassnen pappabzügen,
den trocknen szenen welken lebensglücks.
erinnernd mögen sie nur wecken
erynnienhafte schattenwesen
im endzeitrausch vom tod entzückt.
schon sreicht die sanfte klinge schneidend
die roten adern gleissend beissend.
und zart tritt aus des lebens quell,
rinnt königlich wie purpur grell
triefend tief hinab
in schicksalhafter agonie
ja monoton, so monoton
der wahnvorstellung perfektion.

wie gläsern hängt fortan der blick
am weltenend dem zimmereck,
blassgrün getünchter angst versteck.
monoton. monoton.
dring tiefer ein, ich warte
nun allzu lang – obschon
die zeit mir unendlich verhasst.
denn zäh schleppt mühsam nur und schwer
tock um tock im selben takt
grausam quälend sich davon
die zeit im kleid des bordunton.

die zeit, urfolterinstrument,
dem gnadenlos erliegt
wer scheinbar wissend kontrolliert,
statt sich in staunender präsenz
auf ewig an dein du verliert.
monoton. monoton.
der bilder ruf verstummt.
opak zerbirst im dämmerlicht
das fenster zur vergangenheit;
der geist, er ist vom schauen wund,
schmerzt taub wie junger liebe leib und mund.

so horch denn lieber hin, herz,
wach’ lauschend auf den einen.
er zeigt dir an du bist es schon:
monoton.
monoton.

who I am,
I cannot say.

who am I?
help me to stay!

I’m begging you
who’s hearing me?
my life lost its identity.

show your face
and you’ll get in.
but what you are
under soft skin
and all the beauty make-up mask
is hopeless unknown
to the rest.

be yourself!
but who is this?
watch the mirror,
take the risk!
and think about
yes, think and think
to lose your mind and fingerprints.

‘cause we are doomed
to search ourselves
until we found in someone else,
that there is no identity
except the one
‘tween you and me.

dies.irae

gleich einem blatt fällt uns das leben
vom himmel zu bei der geburt.
noch ist es weiss, obgleich der rahmen vorgegeben
von jeher stamen raum und zeit.

alsbald beginnt von selbst zu schreiben
noch unbeschwerter menschen kind.
erst zitternd, zaghaft, schwankend, krumm,
die ersten linien im versuch.
allmählich füllt sich bunt die seite,
die ihm beschert im lebensbuch.

dann hällt es inne, blickt zurück
auf manchen klecks und kreisel.
schaut um sich, dreht sich – wahn! – verrückt.
denn du siehst nicht, ob’s dir geglückt.

allein der andern lebensbilder
kannst deuten – bildest du dir ein.
doch wisse, kluger zeichendeuter,
die wahrheit bleibt bewusst geheim.
stehst du doch stets in deinem bilde,
auf dem verwurzelt der verstand,
so dass sich unverhüllt nie zeigt
kunst und genie des fremden geist.
doch nicht einmal das eigne leben
zu sehen in der formen rein
ist dir vergönnt, da du gefangen
im rahmen, der dich ganz schliesst ein.

so bleibt am ende nur die sehnsucht,
von der erfüllt du schliesslich hauchst
den letzten atem bei dem strich;
damit dich dann am tag des todes
dein lebensblatt vollendet schaut,
von dem einst eins dem andern glich.

doch sei gewarnt, mensch, übe demut
und fürchte nicht des dunklen glanz.
am tag des todes fällt die täuschung,
fällt eitler augen trugdistanz.
am tag des todes tauchen nämlich
auch weisse bilder tief in schwarz.

Still.e

Im stillen Haus stand einst
Der Mann.
Er kam und zog in seinen Bann
Die Stille, die vor vielen Jahren ihn bezwang.
Nun ward er endlich eins mit ihr –
Und er tat gut daran.
Denn wunderbar fühlte sich an,
Womit er sich um gab,
Der Mann.

Im Haus war nebst dem Mann
Die Frau.
Auch sie war still, zuletzt sehr schlau.
Denn Stille wird man nur gewahr,
Wo gar nichts sonst zu hören war.
Doch war im Herzen sie betrübt.
Nun ja, sie war derzeit verliebt.
Nur leider in der Lieder Klang.
- Der Mann?
Nein, sie.
- Die Frau?
Genau.

Nun lag auf einem Bett verspielt
Das Kind.
Es war zwar still doch – wie Kinder nun einmal so sind –
Nicht lang.
Jedoch war dieses Kind
Im stillen Haus ganz sonderbar versucht,
Dass es ihm wie dem Mann gelang,
Die Stille auszuhalten.
Es schien ihm jedoch wie verflucht, denn dann
Gewann der Drang in ihm und zwang
Das Kind zu lieblichem Gesang.

Es lacht ganz sanft die Frau,
Bleibt ferner still der weise Mann,
Auch wenn im stillen Haus nun singt
Im Einklang mit sich selbst:
Das Kind.

Changes

Understand or forget,
There’s no time to regret,
It’s all got to change.
We’ve got never a choice,
Hear the wireless voice,
Without any range.

Blisters and peak,
Meanings to seek,
Don’t be afraid.
The proud once will bow,
‘Cause it’s not – you must know –
For changes too late.

It’s only at night,
For stars to shine bright,
Life may be hard.
You try to be safe,
Fleeing the wave,
But no stars without dark.

We are what we’ve been,
No truth can be seen,
All blind in my mind.
Accept or deny,
In the end I will die,
And mem’ries pass by…

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