Derart ist die Eitelkeit im Herzen des Menschen verankert, dass ein Soldat, ein Trossknecht, ein Koch, ein Tagedieb sich rühmen und ihre Bewunderung haben wollen; und selbst die Philosophen wollen sie. Und die, die dagegen schreiben, wollen den Ruhm, gut geschrieben zu haben; und die, die es lesen, wollen den Ruhm es gelesen zu haben; und ich, der ich das schreibe, habe vielleicht diesen Wunsch und vielleicht die, die es lesen werden…
- Blaise Pascal
die zweitgebornen der geschichte halten nicht den atem an.
rastlos strebt ihr sinn nach größe, baut türme fortwärts himmelan.
sich ewigkeit in stein zu meißeln,
sich einstigen göttern, fürsten, gleich
der anamnese künftiger generationen zu vergewissern
ist der jahrtausendalte versuch einer todesbewussten menschheit,
welche die grenzen der eigenen sterblichkeit zu überwinden sucht.
einmal von caesar bis napoleon
der nachwelt apotheotisch im gedächtnis bleiben,
mit cicero und von goethe in einem atemzug genannt,
wie leibniz, kant und hegel, den weltgeist zu sich selbst zu führen
und mit novalis den eigenen namen in allen dingen erklingen zu lassen,
reizt gleichermaßen narziss wie bel esprit zu phantasievollen höhenflügen.
ewige idee zu werden, dem schönen, guten beigesellt,
das lässt auch schwere geister schweben.
und sollten wir einmal auch toter götter ehre pflegen
ist es unerheblich wie und ob sie jemals lebten.
umso mehr muss der hybris unmut aufbegehren,
wenn sie die welthafte unbedeutendheit erkennt,
die ihr milliardenschwer ins gesicht schlägt und
vor der sie so großartige fluchtversuche unternimmt.
der wirklichkeit ins auge zu blicken schmerzt heute wie ehedem.
denn tote götter die zeiten überdauernd tot zu sehen,
fällt leichter als lebend vergessenheit zu ahnen.
können wir nicht wie pharaonen unsere eigenen tempel schaffen
und den dichtern gleich in schriften überdauern,
bleibt nur absurde verzweiflung, fraglos genießende ästhetik
oder der glaube an einen gott, der uns dereinst
in seine transzendente ewigkeit zieht.
tyler has gone.