du weißt es wohl mich anzurühren,
der du der grund von allem bist.
und doch entziehst du dich – ganz schlicht -
gewaltig jedes menschen blick.
oh gottheit, wie ersehn ich dich,
denn ewiglich vermiss ich dich. obgleich
nur solcher spannung schmerz
des trübsinns fetzen aus dem selbst mag reißen.
und du willst dein geschöpf mich heißen?
noch kann ich dich nicht genießen
zu bitter ist er mir, dein trank.
doch will ich mich im kosten üben.
es suche dich herz und verstand.
dein geist wirkt stark von alters her
und macht der zeiten söhne schwach und klein.
verzweiflungsnot ist in begriff
uns packend lähmend aufzugeben
sieh es doch an, das karge licht,
wie es sich plagt, ja gleich erlischt,
beim ersten wind, der rüberweht,
aus deinem reich der herrlichkeit.
noch kann ich dich nicht genießen
zu bitter ist er mir, dein trank.
doch will ich mich im kosten üben.
es suche dich herz und verstand.
es sei dein wille, der gescheh,
an aller ort, zu jeder zeit.
so lass nicht zu, dass angst und bang
ich fall im letzten streit.
zu boden geh ich schwach und lau,
ermüdet von dem tristen kampf,
nimm eher mich zu dir hinauf -
nichts gilt mir dieser welten glanz.
noch kann ich dich nicht genießen
zu bitter ist er mir, dein trank.
doch will ich mich im kosten üben.
es suche dich herz und verstand.
warst vorbild selbst in dieses lebens kampf
und nahmst den herben kelch zum dank.
vielleicht mag stark genug ich sein
bis dahin schone nicht den knecht.
am tag wenn einst ich vor dir steh
und mir gereicht der bittertrank -
so lang er nur von dir, herr, kommt
sei er mir recht und nichts ich scheu.
noch kann ich dich nicht genießen
zu bitter ist er mir, dein trank.
doch will ich mich im kosten üben.
es suche dich herz und verstand.
Krass,
Simon, einfach nur krass…
Zeigt meiner Ansicht nacht ne ziemlich düstere Stimmung… aber kann dich da auch wiederfinden…
Außerdem erinnerts mich wegen der Repetition irgendwie an „Die Todesfuge“ von Paul Celan.
Sehr großeßs Gefühlskion.
Merci