Im stillen Haus stand einst
Der Mann.
Er kam und zog in seinen Bann
Die Stille, die vor vielen Jahren ihn bezwang.
Nun ward er endlich eins mit ihr –
Und er tat gut daran.
Denn wunderbar fühlte sich an,
Womit er sich um gab,
Der Mann.
Im Haus war nebst dem Mann
Die Frau.
Auch sie war still, zuletzt sehr schlau.
Denn Stille wird man nur gewahr,
Wo gar nichts sonst zu hören war.
Doch war im Herzen sie betrübt.
Nun ja, sie war derzeit verliebt.
Nur leider in der Lieder Klang.
- Der Mann?
Nein, sie.
- Die Frau?
Genau.
Nun lag auf einem Bett verspielt
Das Kind.
Es war zwar still doch – wie Kinder nun einmal so sind –
Nicht lang.
Jedoch war dieses Kind
Im stillen Haus ganz sonderbar versucht,
Dass es ihm wie dem Mann gelang,
Die Stille auszuhalten.
Es schien ihm jedoch wie verflucht, denn dann
Gewann der Drang in ihm und zwang
Das Kind zu lieblichem Gesang.
Es lacht ganz sanft die Frau,
Bleibt ferner still der weise Mann,
Auch wenn im stillen Haus nun singt
Im Einklang mit sich selbst:
Das Kind.
Im ewigen Kampf mit der Stille.
– mh.