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Archiv für die Kategorie ‘[2007]’

schlafes bruder

die seele krankt im talgrund unten
allein im alten hirtenbau.
das lufttuch, es zerfällt
in modernd feuchte fetzen.
verfault, verschimmelt und zersetzt
vom steten tau, der von den steilen gipfeln
ungetrübter ideale hinunterrinnt in seichten salen.
nicht heut zum ersten mal
tritt licht heran durch morsche ritzen
ins sonst beherrschte schattendunkel,
in das die trauernde sich kroch,
um endlich abzuschließen
und unentdeckt den ewgen lebensabend
im sterbenstreben zu [...]

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der dämon ist erwacht
aus der tiefen urgewässer.
der dämon ist erwacht
und lacht so laut im talgrund unten,
dass alles bebt und hallt.
der dämon ist erwacht,
er hält mich ganz und gar umschlungen,
dass trägheit in mir waltet;
machtvoll er voranschreitet.
nun bin ich müde
und alles wird mir schwer:
leben, liebe luft zur last.
das nichts ist es, was mir allein
nunmehr zur seligkeit gereicht
und [...]

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ein bisschen tod

komm, lass uns nach draussen geh’n.
die sonne scheint. ja dein gesicht,
so schön war es seit langem
verhalten glitzert abends
seidenfadnes herbstgoldlicht.
tief sinkt sie dieser tage,
tiefer als es damals war,
dort unten bei dem ruderboot.
riechst du den moder morscher bohlen,
wo weidenruten grün das wasser tränken,
die spieluhr, die vergessen von der zeit
das altehrwürdig, lieblich lied
durch deine mädchenhaften finger dreht?
wenn still [...]

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Geschützt: rawheit

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8

du bist in mir heut nacht erwacht
und hast halblaut mich ausgelacht.
hast scham mit tiefstem zorn enftacht –
das blut, es rinnt hinab den schacht.
mein ich, es ist vom durst erfasst -
wie weit hat es sich selbst gebracht?
hat sinn um sinn zu end gedacht
und nichts dabei hab ich,
nichts,
aber auch gar nichts
verstand ich,
bestand ich,
fand ich.
was hält mich [...]

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der weg

sonnenstaub auf nackter haut,
das firmament vor augen
ein wandrer auf dem weg.
wie rinnend sand durch lose finger
und schaum auf mondlichtwasserwogen
folgt dichte blässe meinen schritten,
den fersen der vergangenheit.
doch nicht wird streifen meinen blick
der zweifel längst durchwachter fragen.
nicht sinnlos schreite länger ich voran,
seit allein ein leben reicht zum ziel –
dem himmelszelt ein silbern schutz.
schleppt auch mein gang von [...]

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